Draußen im Wind

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Halle 22. April 2017
Es ist Samstag und draußen biegen sich die Baumwipfel in Wingeschwindikeiten um 36 km/h. Gut fürs Training denke ich, getreu der alten Radlerweisheit „Wind formt den Charakter“.

 Kilometer 9
Auf der Landstraße zwischen Halle und Schiepzig habe ich natürlich Gegenwind und mir kommt der Gedanke das Radfahren heute vielleicht doch nicht so viel Spaß machen wird. Der Kampf gegen die Wetterverhältnisse ist schon von Beginn an sehr kräftezehrend. Ich schaue nach hinten und erkenne am Horizont eine schwarze Silhouette, ich bin also nicht alleine hier draußen.

Kilometer 15-17
Sechs Kilometer später bin ich eingeholt. Ein schwarzes Canyon fährt auf. Der Fahrer spricht gegen den Wind zu mir: „Komm zusammen fahren. Kraft sparen.“ Geil denke ich und nicke zurück, während ich überholt werde. Das Gefühl der Erleichterung weicht nach ca. 20 Sekunden dem Zweifel. Dranbleiben stellt sich als schwieriger heraus als erwartet. Ein kurzer Blick auf seine Übersetzung bestätigt meine Befürchtungen, vorn kleines Ritzel, hinten ziemlich weit rechts. Durch beherztes schalten versuche ich das unvermeidliche zu verhindern doch mein Vordermann wird bereits kleiner. 2 km später ist er bereits verschwunden. Der Wind aber bleibt.

Kilometer 17 – 81 km
Nach der Demoralisierung folgt die Vernunft mit angepasstem Tempo mache ich das beste aus der Situation. Nach der berüchtigten Plantagensteigung am süßen See bekomme ich auf einmal schmerzen im rechten Knie. Unterwegs begegnet mir noch einmal das Schwarze Canyon, mit unverminderter Geschwindigkeit.

Wind formt den Charakter

mywindsock cycling weather

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